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Heizungsstreit entschieden: Dieser Test macht Gas alt – und spart im Altbau bis zu 1.000 € pro Jahr

  • Autorenbild: immohacks
    immohacks
  • 6. Nov. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Es ist die Schlagzeile, die die Politik seit zwei Jahren suchte: Eine neutrale Instanz hat den Dauerstreit um die richtige Heizung kurzerhand aufgelöst. Nach einem aktuellen Vergleich der Stiftung Warentest fällt das Votum überraschend eindeutig aus – und zwar dort, wo viele es nie erwartet hätten: im typischen Altbau. Demnach verursacht eine moderne Wärmepumpe in einem durchschnittlichen Bestandsgebäude jährlich rund 700 bis 1.000 Euro weniger Betriebskosten als eine Gasheizung. Der Befund stammt aus dem neuen Test (Heft 10/2025) und wird seit 30. Oktober 2025 branchenweit zitiert.


Heizung und Hand

Damit fällt ein zähes Klischee. Getestet wurden fünf Luft-Wasser-Wärmepumpen, die explizit auch bei Radiatoren und moderater Dämmung klarkommen – also nicht nur im frisch verputzten Effizienzpalast, sondern im sprichwörtlichen Altbau mit realistischen Vorlauftemperaturen. Fachportale berichten übereinstimmend, dass vier der fünf Geräte ein „Gut“ erhielten und alle Testkandidaten ältere Häuser zuverlässig warm halten. Entscheidend ist, dass die Systemtemperaturen in der Praxis meist unter etwa 55 °C bleiben – dann spielt die Effizienz ihr Pfund aus.



Der ökonomische Hebel dahinter ist schlicht Physik. Eine Wärmepumpe verschiebt vorhandene Umweltwärme und liefert – je nach Wetter – zwei- bis viermal so viel Wärmeenergie, wie sie an Strom aufnimmt. Selbst bei Minusgraden bleibt die Arbeitszahl deutlich über Eins; an sehr kalten Tagen springt kurzzeitig ein Heizstab ein, der den Jahresverbrauch nur marginal erhöht. Genau das erklärt, warum der Gasbrenner mit seinem naturgegebenen „Deckel“ bei knapp 100 % Wirkungsgrad langfristig nicht mithalten kann.


Auch jenseits des Einzeltests verdichten sich die Belege. Studien aus dem Umfeld von Fraunhofer ISE zeigen seit Jahren, dass sorgfältig geplante und richtig ausgelegte Systeme unter Realbedingungen hohe Effizienzen erreichen – im Bestand wie im Neubau. Das bestätigt die zentrale Botschaft des Warentest-Vergleichs: Nicht der Gebäudetyp entscheidet, sondern die saubere Auslegung von Hydraulik, Heizflächen und Regelung.


Wartung der Heizung

Auf der Kostenseite verschiebt die Förderkulisse zusätzlich die Gewichte. Seit 2024/2025 läuft die erneuerte Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) über KfW und BAFA; Zuschüsse von bis zu 70 % sind – je nach Einkommensbonus, Geschwindigkeit des Austauschs und Effizienz – möglich. Behörden und Medien verweisen auf komplexe Anträge, aber die Linie steht: Wer eine Wärmepumpe im Bestand einbaut, bekommt substanzielle Zuschüsse oder Ergänzungskredite. Genau das verkürzt die Amortisationszeit spürbar.


Und die Emissionen? Hier punktet die Wärmepumpe doppelt. Selbst mit heutigem Strommix liegen die CO₂-Emissionen signifikant unter denen einer Gasheizung; je grüner der Strom wird, desto größer wird der Abstand. Praxisvergleiche und Branchenanalysen beziffern die Einsparungen im Bestand häufig etwa in der Größenordnung von der Hälfte und mehr – ein Effekt, den Dämm- und Hydraulik-Optimierungen weiter verstärken.



Was heißt das für Eigentümerinnen und Eigentümer? Erstens: Der Streit ist nicht mehr ideologisch, sondern betriebswirtschaftlich. Zweitens: Planung schlägt Bauchgefühl. Wer seine Vorlauftemperaturen kennt, Heizflächen checkt und die Heizkurve sauber einstellt, hebt den größten Effizienzhebel. Drittens: Die Entscheidung wird digitaler. Von „Wegweiser Wärmepumpe“ bis JAZ-Rechnern des Branchenverbands BWP gibt es Tools, die Eignung, Schall, Heizlast und Jahresarbeitszahl abschätzen – hilfreich, bis der Handwerkertermin steht.


Bleibt der Flaschenhals: die Umsetzung. Zwar ist der Markt durch die BEG-Reform angefeuert, doch die Kapazitäten im SHK-Handwerk sind vielerorts eng. Das ändert nichts am Trend, den Stiftung Warentest nun mit Zahlen scharfgestellt hat. Wer heute im Altbau auf Wärmepumpe umsteigt, senkt nicht nur die eigenen Emissionen – er verschafft seiner Heizkostenbilanz einen Vorsprung, den Gas so schnell nicht mehr einholt.



 
 
 

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