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Die leisen Käufer: Warum Superreiche jetzt Quadratmeter statt Kurse sammeln

  • Autorenbild: immohacks
    immohacks
  • 20. Okt. 2025
  • 2 Min. Lesezeit
Ausblick auf Stadt

Während Fondsmanager noch Zinsdiagramme optimieren, handeln die leisen Giganten des Vermögens längst nach einer simplen Maxime: kaufen, wenn andere zögern. Family Offices im deutschsprachigen Raum halten im Durchschnitt deutlich mehr als die Hälfte ihres Vermögens in Immobilien, während Aktien nur knapp ein Fünftel ausmachen. Und sie wollen weiter aufstocken. Das neue Selbstverständnis der Szene: Stabilität vor Schlagzeile, Cashflow vor Kursfeuerwerk.

Wie das in der Praxis aussieht, zeigte jüngst ein Deal, der in München für hochgezogene Augenbrauen sorgte. Die Strüngmann-Brüder, bekannt aus Hexal und als frühe BioNTech-Financiers, übernahmen das innerstädtische Quartier Fünf Höfe – der Preis lag Medienberichten zufolge bei über 700 Millionen Euro. Während institutionelle Investoren in Excel mit Zinsszenarien ringen, setzen die Unternehmerfamilien auf Antizyklik mit langem Atem.



Die Strategie lässt sich an ein paar Konstanten ablesen. Erstens der Heimatfokus: Der Großteil der Bestände liegt in Deutschland, Diversifikation endet oft an der Landesgrenze. Zweitens die Vorliebe für Direktinvestments: Wer die Immobilie selbst steuert, braucht keinen Beipackzettel eines Fonds. Drittens die klare Reihenfolge der Nutzungsarten: Wohnen bleibt der Favorit, Büros werden als Beimischung trotz Homeoffice-Gegenwind nicht abgeschrieben. Entscheidend sind Lage, Qualität und der Einstiegspreis – und die Geduld, Umnutzungen oder Modernisierungen über Jahre zu stemmen.


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Auffällig ist auch der Zeithorizont. Während viele Institutionelle in unruhigen Phasen Liquidität horten, planen rund sechs von zehn Family Offices, ihre Immobilienquote in den kommenden zwölf Monaten noch zu erhöhen. Renditeziele bleiben dabei geerdet: Ausschüttungen um die vier bis viereinhalb Prozent pro Jahr gelten als ausreichend, wenn der Vermögensblock dafür Inflationsschutz, planbare Mieten und steuerliche Effizienz liefert.

Der Blick über den Tellerrand zeigt, wie eigenständig der Ansatz im DACH-Raum ist. Internationale Family-Office-Portfolios gewichten Aktien oft deutlich höher und verteilen den Rest auf Private Equity und alternative Anlagen. Hierzulande bildet Beton dagegen das Rückgrat – ein „Boring is beautiful“-Ansatz, der gerade in schwankenden Märkten attraktiv wird.



Natürlich hat die Datenlage ihre Grenzen. Die Welt der Family Offices bleibt verschwiegen, Stichproben sind klein, Vergleiche schwierig. Doch das Muster ist konsistent: direkte Kontrolle statt Delegation, Heimatmarkt statt Weltreise, Wohnen vor Büro – und in Krisen lieber zukaufen als verkaufen. Die Strüngmann-Transaktion liefert das Schaubild dazu. Während andere noch präsentieren, wird im Hintergrund längst unterschrieben.



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